Beginnen wir mit einer ganz frischen Meldung. Auf den ersten Blick hat sie mit dem Thema dieses Textes eigentlich nichts zu tun. Tatsächlich aber doch, versprochen. Die Hälfte (!) aller Drittklässler in Berlin bleibt beim Lesen und Rechnen unter dem Mindeststandard. Die Zeitung „Tagesspiegel“ schreibt dazu spürbar entgeistert: „An eine erfolgreiche Schullaufbahn ist für diese Kinder kaum noch zu denken.“
Auch der Gebrauch der deutschen Sprache hat sich deutlich verschlechtert: Unglaubliche 54 Prozent der Kinder scheitern an den Mindestanforderungen, vor drei Jahren waren es „nur“ 46 Prozent.
Engagierter als um seine Grundschulkinder kümmert sich der Berliner Senat – so heißt die Landesregierung der Hauptstadt – um die metropolitanen Süchtigen.
Klar, die dürfen ja wählen.
„Zweiter Bildungsweg Neukölln“ ist eine Einrichtung der Volkshochschule (VHS) des berüchtigten Berliner Stadtbezirks Neukölln. Da können süchtige Erwachsene auf dem zweiten Bildungsweg einen Schulabschluss machen. Unterstellt ist das Projekt dem Bezirk, also letztlich der Stadt.
Wegen eines auslaufenden Mietvertrags musste das VHS-Projekt im vergangenen Jahr umziehen. Das Amt hatte, Berlin-üblich, die Sache irgendwie verschlafen und suchte dann hektisch nach einer neuen Bleibe für den „Zweiten Bildungsweg Neukölln“.
Vorübergehend fanden die Süchtigen Zuflucht im weit entfernten Stadtbezirk Reinickendorf, doch es brauchte eine dauerhafte Lösung. Das verantwortliche Bezirksamt Neukölln entschied sich dafür, das Projekt in einem Gebäudeteil einer anderen Bildungseinrichtung unterzubringen.
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