Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (CDU) hat sich im Kulturausschuss des Deutschen Bundestages mit dem AfD-Abgeordneten Götz Frömming eine Diskussion über die identitätsstiftende Rolle nationaler Denkmäler geliefert. Für Weimer haben das Hermannsdenkmal oder das Kyffhäuser-Denkmal wenig mit nationaler Identität zu tun. Sie entsprängen vielmehr einer gesellschaftlichen Interpretation der jeweiligen Zeitepoche.
Frömming hatte gefragt, ob man die Identität von Denkmälern wie dem Kyffhäuser zu einem europäischen Denkmal oder das Hermannsdenkmal zu einem Botschafter für geschlechtliche Vielfalt umdeuten könne. Für die AfD stünden diese Bauwerke schließlich für „eine deutsche, nationale Identität“. Dem entgegnete Weimer: Das Gegenteil sei „natürlich der Fall“.
Hermann könne in vielerlei Hinsicht interpretiert werden – etwa als „eine deutsche Robin-Hood-Geschichte“, als jemand, der für soziale Gerechtigkeit kämpft. Oder, wie ihn Humanisten in der Reformationszeit deuteten, als „Held des Protestantismus gegen Rom“. Man könne ihn auch „komplett entpolitisiert“ als Liebesfigur sehen, die „für ihre Thusnelda in den Kampf gezogen ist“. Denn „Orientierungsfiguren müssen nicht immer nationalistisch betrachtet werden. Das wäre akulturell“, erklärte Weimer.
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